Die Bedeutung von Social Media in der digitalen Welt

In der digitalen Welt weitet sich die Bedeutung von Social Media von einer privaten Nutzbarkeit auf den beruflichen Bereich aus. Die Vielzahl von Netzwerken, die es heute gibt, werden hierbei für das Gesamterscheinungsbild eines Menschen von Bedeutung und werden auch in Bezug auf die beruflichen Chancen eines Menschen bedeutend. Bietet dies nur Risiken oder auch Chancen für die einzelnen Menschen? Welche Netzwerke gibt es im Bereich Social Media eigentlich und wie lassen sich diese gezielt nutzen, um sich über private Interessengebiete auf dem Laufenden zu halten und die beruflichen Chancen zu steigern?

Social Media als Massenphänomen – vom privaten Netzwerk zum bewussten Medienumgang

Haben soziale Netzwerke vor Jahren noch als kleine Gemeinschaft begonnen, mit der sich Menschen privat vernetzten und in kleinen Gruppen verständigten, so kann davon heute keine Rede mehr sein. Spätestens mit ihrer Nutzung auf Smartphones haben sich die Netzwerke zum Massenphänomen entwickelt. Mobile Endgeräte, die flexibel und jederzeit greifbar den Zugriff auf verschiedene Kanäle und Netzwerke im Bereich Social Media erlauben, haben für eine weite Verbreitung gesorgt. Die Maschen des Netzes haben sich damit geweitet und die Reichweite dessen, was eine Person auf ihrem Profil darstellt oder auf ihrer Pinnwand schreibt, hat sich unlängst ausgeweitet. Das einstmals Private ist so ein Stück transparenter geworden und nicht selten für die ganze Welt einsehbar – auch für künftige Arbeitgeber. Das bedeutet, dass sich heute jeder Mensch genauere Gedanken darüber macht, was er per Social Media über sich verbreitet. Denn auch potentielle Arbeitgeber oder wenig wohlgesonnene Zeitgenossen könnten sich ein Bild über die veröffentlichten Informationen machen. Insofern bietet Social Media heute eine ganze Reihe von Risiken. Mit ihnen müssen die Einzelnen bewusst umgehen. Aber die Verbreitung von Social Media als Massenphänomen bietet auch Chancen. Das Phänomen des Social Media lässt sich auch gezielt und passgenau nutzen.

Wer sich dessen bewusst wird, dass er in Netzwerken agiert und in Netzwerken des Social Media bestimmte Bilder seiner selbst verbreitet, kann diese Netzwerke auch gezielt und gut nutzen. Mit Photographien und Textkommentaren verbreiten wir hier ein bestimmtes Bild unserer selbst. Aber dieses Bild lässt sich auch bewusst steuern. Je nachdem, welche Informationen weiterverbreitet werden und welche Motivationen aus den Kommentaren einer Person deutlich werden, ergeben sich unterschiedliche Bilder. Wer hier einen sympathischen aber auch authentischen Eindruck macht und aus der Reihe der Selbstdarsteller herausfällt, kann über Social Media auch bewusst Punkte machen und einen sympathischen Eindruck erwecken. Im Bereich der Persönlichkeitsbildung ist dieses Phänomen nicht unbeachtet geblieben. Die Personalentwicklung und Beratung hat sich ihm unter dem Stichwort des Personal Branding gewidmet. Personal Branding beschäftigt sich mit der Frage, wie man eine Person zur Marke macht. Und Social Media spielt hierbei eine ganz wesentliche Rolle. Über die Steuerung der Eindrücke, die in diesen Kanälen stattfinden, lassen sich Eigenschaften einer Person besonders herausstreichen. Dabei nutzt Personal Branding Social Media jedoch nicht nur zur bloßen Vermarktung einer Person, sondern ganz gezielt zur Persönlichkeitsentwicklung. Es rät den Einzelnen, sich nicht nur zu bewerben, sondern den Auftritt in Social Media Kanälen möglichst authentisch und echt zu organisieren. Und ihn so zu gestalten, dass er aus der Masse heraussticht und den Beobachterinnen und Beobachtern auf diese Weise besonders in Erinnerung bleibt. Nimmt man diesen Gedanken ernst, so führt die Beschäftigung mit Social Media im Sinne des Personal Branding auf die Auseinandersetzung mit den ganz persönlichen Motivationsgründen einer Person. Wer sich diesen widmet und sie gezielt und kontinuierlich weiterentwickelt, strebt mit Personal Branding auf eine gezielte Persönlichkeitsentwicklung hin.

Auch und gerade die Arbeitswelt schätzt heute einen guten virtuellen Auftritt

Es ist kein Wunder, dass heute auch die Personalabteilungen von Unternehmen sich nicht nur über Social Media über Personen informieren, sondern einen guten Auftritt in den sozialen Netzwerken besonders schätzen. Aber wie sieht ein solcher guter Auftritt aus? Er beweist, dass sich ein Mensch auf den Umgang mit der digitalen Welt versteht, mit verschiedenen Bereichen des Social Media vertraut ist und weiß, wie er sich im Internet verhält. Denn wie in der Wirklichkeit spielen auch in der virtuellen Realität bestimmte Etiketten eine Rolle. Wer diese beherrscht und kommunikationsfreudig ist verrät damit wiederum etwas über seine sozialen Kompetenzen und beweist sich als kommunikativer Mensch. Für die spätere Teamarbeit im Unternehmen sind das genau die Kompetenzen, nach denen Personaler suchen. Die gekonnte Pflege von Social Media Accounts in verschiedenen Formen prägt diese aus und qualifiziert so die Einzelnen auf einem informellen Weg. Wer diesen Weg der Qualifikation auf verschiedenen Kommunikationswegen beschreiten möchte, sollte sich nach Möglichkeit nicht nur auf ein einzelnes Netzwerk beschränken.

Man kann sich auf eine Art des Social Media konzentrieren, sollte sich aber mit verschiedenen Formen auskennen und deren unterschiedliche Funktionsweise verstehen und hier auf dem aktuellen Stand sein. Der aktuelle Stand der Zeit kombiniert in Social Media gezielt Beiträge aus Wort und Bild. Wie wir wissen, nimmt das menschliche Gehirn Informationen leichter und angenehmer auf, wenn diese nicht nur aus Text bestehen, sondern mit einem Bild kombiniert werden. Der sinnliche Eindruck, der dem Gehirn hierbei geboten wird, erleichtert ihm die Aufnahme der damit verknüpften Information. Diese Tatsache machen sich Netzwerke des Social Media bewusst und gut zu eigen. Sie funktionieren auf Basis dieser Art von Informationsverarbeitung. Für ihre Bedienung bedeutet dies, dass nach Möglichkeit auch mit Bildmaterialien gearbeitet werden sollte. Im Idealfall bedienen die Bildmaterialien auch eine bestimmte Art von Humor. Aber dieser ist in unterschiedlichen Netzwerken sehr unterschiedlich. Es bedarf also einiger Erfahrung, um herauszufinden, welche Art von Bildmaterialien und Humor in den jeweiligen Kanälen des Social Media besonders gut ankommt und wie sich dies zu eigenen Zwecken nutzen lässt. Wer wiederum in seinen Beiträgen eine zu hohe Portion an Selbstdarstellung an den Tag legt, macht sich schnell unbeliebt. Entsprechend trainiert eine erfolgreiche Verwendung von Social Media auch Tugenden des Maßhaltens – es ist zugleich eine Aufforderung, sich zu exponieren, wie es bisweilen auch zur Zurückhaltung mahnt.

Auch die digitale Diskussionskultur will gepflegt sein

Für den Ausbau der Kompetenzen, die sich durch Social Media stärken lassen, gilt dabei die Faustregel, die auch aus den meisten anderen Bereichen des Lernens bekannt ist: Übung macht den Meister. Nicht auf die perfekten Beiträge aus dem Stand heraus kommt es insofern an, sondern auf eine andere Sache. Kommunikativ sollte der Einzelne sein – und auch offen dafür, eigene Positionen zur Debatte zu stellen und gegebenenfalls zu revidieren. Wer zeigt, dass er nicht immer Recht haben muss – sondern auch bereit ist, seine eigenen Positionen zur Debatte zu stellen – beweist sich eben dadurch als besonders fähig zu Social Media. Er oder sie zeigt sich auf diese Weise nicht nur als diskussionsfreudig, sondern auch als bereit für eine offene Diskussion. Eine sinnvolle Nutzung von Social Media schürt daher keine Hassreden, sondern schult für einen vernünftigen Diskurs. In diesem gilt nicht das, was am lautesten – beziehungsweise härtesten – formuliert wird, sondern das bessere Argument. Um für diese Art von Diskussionskultur zu schulen, sollte die Vorbereitung auf Social Media auch zu einer wichtigen Auseinandersetzung in der Schule werden.

Denn die Menschen müssen auf eine vernünftige Debattenkultur auch vorbereitet werden und sie müssen Hassreden aus dem Netz begegnen können. Umgekehrt zeigt sich Zivilcourage heute auch im Netz. Wer im Bereich des Social Media beobachtet, wie Menschen durch Sprache verletzt und gedemütigt werden, sollte dazu nicht schweigen. Zivilcourage besteht heute auch und gerade darin, sich Hassreden im Netz entgegenzustellen und zu rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen nicht zu schweigen. Das haben auch die Unternehmen, die Plattformen des Social Media betreiben, erkannt. Viele bieten die Möglichkeit an, verletztende Beiträge und Beschimpfungen zu melden. In besonders schlimmen Fällen werden diese Beiträge gelöscht oder deren Verursacher gesperrt. Eine soziale Nutzung von Social Media begegnet diesen Erscheinungen solidarisch und in der Gemeinschaft. Es ist also wichtig, jene Menschen bewusst zu unterstützen, die hitzige Diskussionen auf den Boden zurückbringen und gruppenbezogene Ressentiments klar und deutlich in ihre Schranken verweisen. Wie man dies leistet kann man heute in einer Reihe von Kursen lernen oder sich ganz durch die Beobachtung entsprechender Diskussionen in Netzwerken des Social Media praktisch aneignen.

Social Media als neuer ökonomischer Faktor

Der Bereich des Social Media verknüpft privates Leben und Berufsleben heute auch noch über eine weitere Entwicklung. Viele Netzwerke legen Profile ihrer Nutzerinnen und Nutzer an und geben bestimmte Informationen an andere Netzwerke weiter. Hierbei ist es wichtig, sich über die Verbreitung der eigenen Daten zu informieren. Was wird verbreitet und welche eigenen Informationen speist man in diese Netzwerke ein? Auch die Nutzung oder Kommentierung bestimmter Produkte kann hierbei eine Rolle spielen. Viele Unternehmen arbeiten heute auch bei der Vermarktung ihrer Waren mit Social Media. Mitunter kann man bei der Nutzung von Angeboten, die die Unternehmen hier machen, von kleinen Vorteilen profitieren. Bisweilen werden jedoch auch ohne größere Notwendigkeit eine ganze Reihe von Informationen preisgegeben. Wer sich heute souverän in Netzwerken des Social Media bewegt, informiert sich darüber, welche Informationen er über die Verbindung mit bestimmten Unternehmen von sich preisgibt und welches Bild damit geprägt wird. Neben einfachen Einkaufsmöglichkeiten bietet Social Media heute eine fluide Informationsquelle für die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer. Die Netzwerke ermöglichen es, über aktuelle Informationen im Bereich der eigenen Interessengebiete schnell und gezielt im Bilde zu sein.

Dabei lassen sich sowohl Informationen über politische Zusammenhänge, Sportevents und andere Großveranstaltungen schnell und bequem abrufen. Im Alltag spart dies eine ganze Menge an Zeit und es hat auch noch einen weiteren Vorteil. Social Media ermöglicht nicht unbedingt eine größere Sichtung von Informationen – aber eine gezielte Auswahl allemal. Über die schnelle Lektüre der aktuellen Schlagzeilen lassen sich einfach und direkt genau die Nachrichten heraussuchen, die einzelne Nutzer besonders interessieren. Das Fachwort hierzu ist Filtern. Social Media ermöglicht eine gezielte Nutzung von Nachrichtenkanälen. Aber auch diese gezielte Nutzung will gelernt werden. Dazu müssen die Kanäle geordnet werden und Nachrichten schnell und gut eingeordnet werden können. Mit dieser Einordnungsmöglichkeit verbunden ist die Prüfung der Verlässlichkeit der Quelle. Typisch für Social Media ist nämlich nicht nur die Verbreitung von Nachrichten, sondern auch die massenhafte Streuung von Gerüchten. Zur Grundkompetenz im Bereich des Social Media gehört es deshalb auch, sich bewusst darüber zu informieren, wie verlässlich die jeweilige Quelle einer Nachricht ist. Meldungen müssen insofern geprüft und eingeordnet werden können. Wer dies beherrscht, übt sich in seiner Medienkompetenz und entwickelt damit eine wichtige Basis für das Lernen in der digitalen Welt.

Lernen mit Social Media

Das Lernen mit und durch Social Media ist wiederum ein ganz wichtiger Bereich des heutigen Internets. Eine Vielzahl von Netzwerken ist deshalb gezielt an Lernangebote aus dem Internet angebunden. Ein Beispiel davon sind sogenannte Massive Open Online Courses – kurz: MOOCs. Die oft kostenlosen Lernangebote, in die man sich von der ganzen Welt aus einloggen kann, ermöglichen ein barrierefreies Lernen vom heimischen Rechner aus. Ohne eine Angebundenheit an einen bestimmten Ort oder einen festen Termin können einzelne Nutzer sich so einen Zugang zu einem bestimmten Wissenssegment verschaffen, etwas über ihre privaten Interessengebiete lernen oder sich zu beruflichen Zwecken gezielt weiterbilden. Diese Möglichkeit wird heute von vielen Menschen geschätzt – aber sie setzt auch etwas voraus: Die einzelnen müssen hier besonders selbstverantwortlich lernen. Im Gegensatz zur Schule nämlich treibt einem in MOOCs oder in sozialen Netzwerken niemand zum regelmäßigen Besuch eines Kurses an. Kein Lehrer erkundigt sich über die eigenen Lernfortschritte, keine Eltern prüfen die erledigten Hausaufgaben – wir müssen uns selbst antreiben. Das Lernen eines solchen selbstverantwortlichen Lernens gehört heute jedoch zu einem der wichtigsten Kompetenzbereiche, die auch für die spätere Arbeitswelt benötigt werden. Denn was Unternehmen sich wünschen, sind Mitarbeiter mit Motivation und Eigeninitiative. Auch diese Eigenschaften lassen sich in der digitalen Welt und ihren Gemeinschaften ebenso lernen, wie in einem realen Klassenzimmer mit einer Jahrgangsstufe.